Kinder schützen – Familien stärken!
Ist es nicht wunderbar, dass wir leben dürfen? Haben Sie darüber schon einmal nachgedacht? Wir möchten Ihnen zeigen, was menschliches Leben bedeutet und warum es wieder unantastbar werden muss. Wir sind überzeugt davon, dass der Lebensschutz ein Anliegen aller Menschen sein sollte. Eine wichtige Voraussetzung für eine kinderfreundliche Gesellschaft sind intakte Familien. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass die Bedeutung der Familie wieder ins öffentliche Bewusstsein kommt. Wir laden Sie herzlich ein, sich auf unseren Seiten zu informieren.
Ihre


Johanna Gräfin von Westphalen
Stiftungsvorsitzende

10.03.2015

„Ich habe mir doch immer Kinder gewünscht!“ - Wenn der Freund eine Abtreibung will

 

 

Als das Beratungstelefon bei 1000plus klingelt, meldet sich eine gefasst klingende junge Frau: „Ich habe Ihre Telefonnummer aus einem Forum. Kann ich Ihnen meine Geschichte erzählen?“ Tina ist 30 Jahre alt und blickt auf die Scherben einer langjährigen Partnerschaft zurück. „Wir wollten beide Kinder, aber es kamen keine. Dieses Problem trieb uns immer weiter voneinander fort“, berichtet Tina von der schmerzhaften Trennung, die nun schon einige Zeit zurückliegt. Sie spricht von der ersten Begegnung mit ihrem jetzigen Partner und ihre Stimme erhellt sich: „Ich habe mich sofort in Ralf verliebt!“
Die Beraterin möchte mehr über das neue Glück erfahren. „Sein Humor hat mich fasziniert. Ich erkannte gleiche Einstellungen in wichtigen Lebensfragen – dachte ich zumindest...“ In diesem Moment bricht Tinas Stimme ab, denn die Tiefe ihrer Gefühle wird von Ralf nicht erwidert. Nach einer kleinen Pause erzählt sie von dem Tag, an dem sie von der Schwangerschaft erfuhr: „Es war ein schöner Moment, doch dann habe ich Ralf davon erzählt. Er ist ganz klar für eine Abtreibung. Ich habe mir aber doch immer Kinder gewünscht!“ Nun überrollen Trauer und Angst die Schwangere und ihre Gefasstheit ist mit einem Mal dahin.
Die Beraterin weiß, dass es nun wichtig ist, die vielen Gefühle und Gedanken zu sortieren. Sie stellt Tina einige Fragen, um sie und ihr Umfeld kennenzulernen und gemeinsam nach einer guten Lösung suchen zu können: Tinas Vater verstarb sehr früh und zur Mutter hat sie nur losen Kontakt. Daher hatte sie bisher auch nicht den Mut, sich dieser anzuvertrauen. Herzzerreißend schildert sie ihren sehnlichsten Wunsch, von Ralf und ihrer Mutter Unterstützung zu erfahren. Sehr dankbar nimmt sie das Angebot der Beraterin an, sich wieder telefonisch zu melden.
Einige Tage vergehen bis die Schwangere wieder bei 1000plus anruft. Sie ist völlig hin- und hergerissen: „Mein Verstand sagt mir, dass ich das Kind nicht bekommen kann. Aber mein Herz hat bereits eine innige Verbindung aufgebaut!“ Ihre Ambivalenz resultiert aus dem Gespräch mit Ralf, der zwar redlich bemüht sei, sich mit ihr zu versöhnen, doch nach allem was geschah, misstraut die junge Frau seiner Motivation.
Einige Tage später hat die Schwangere sich noch nicht wieder wie vereinbart gemeldet. Sorgenvoll greift die Beraterin selbst zum Telefon und als Tina den Anruf annimmt, hallt die Verzweiflung ganz deutlich aus ihrer Stimme: „Ich weiß einfach nicht mehr, was ich machen soll. Es gibt doch eigentlich keinen anderen Ausweg als die Abtreibung.“ Die junge Frau klingt müde: „Ich merke immer wieder, wie schwer mir die Arbeit momentan fällt.“ Die Schwangere berichtet von ihrem körperlich und psychisch oft sehr belastenden Beruf als Chirurgin. Die Beraterin spürt, dass Tina dringend emotionale Entlastung braucht, um sich auf sich und ihr Baby konzentrieren zu können und schlägt vor, eine ehrenamtliche Unterstützerin aus der 1000plus-Helferkartei zu kontaktieren. Diese könnte Tina in dieser schweren Zeit zur Seite stehen. Tina findet die Vorstellung sehr gut. Noch am selben Tag erreicht die Beraterin eine warmherzige Dame aus der Helferkartei, die gerne mit Tina in Kontakt treten will. Sogleich schickt die Beraterin ihre Kontaktdaten via E-Mail an Tina.
Postwendend erreicht sie jedoch eine alarmierende Antwort von Tina: „Sind Sie heute wieder in der Beratungsstelle? Ich würde gerne noch einmal mit Ihnen sprechen!“ Sogleich ruft sie die Schwangere zurück. Diese hat zwischenzeitlich das Gespräch zu ihrer Mutter gesucht, um ihr von der Schwangerschaft zu berichten und ist von ihrer Reaktion zutiefst verletzt. „Sie meinte nur, dass mein Leben nun im Eimer sei und sie mich nicht unterstützen werde“, weint Tina. Nach dem erschütternden Gespräch mit ihrer Mutter hat sie in einer Panikreaktion sofort einen Abtreibungstermin für den darauffolgenden Montag vereinbart. Es bleiben nur noch sechs Tage bis zum Abtreibungstermin. Lange sprechen die beiden über Tinas Stärken, die ihr auch aus früheren Krisen herausgeholfen haben, doch die Schwangere ist ganz von Mutlosigkeit ergriffen.
In den darauffolgenden Tagen versucht die Beraterin, Tina telefonisch zu erreichen. Doch die verzweifelte Schwangere nimmt die Anrufe nicht entgegen. So bleibt der Beraterin nichts anderes übrig, als auf den Weg der E-Mails auszuweichen. In der Hoffnung, dass die Schwangere ihre Ermutigungen noch vor dem Termin lesen wird. Sie betont, dass Tina weiterhin auf ihre Hilfe, Unterstützung und ein offenes Ohr zählen kann.
Auch zu Wochenbeginn erhält die Beraterin kein Lebenszeichen von Tina. Sie macht sich große Sorgen und fürchtet, dass Tina den Abtreibungstermin wirklich wahrgenommen hat. Doch plötzlich klingelt das Telefon, Tina meldet sich und zum ersten Mal klingt sie wirklich glücklich: „Ich habe den Abtreibungstermin am Montag abgesagt!“ Das Herz der Beraterin macht einen Luftsprung und sie fragt, wie es denn zu dieser Kehrtwende kam: „Ralf und ich sind Montagmorgen aufgewacht. Ich hab immerzu daran denken müssen, wie Sie mich ermutigt haben, und konnte meine Trauer nicht verbergen. Er fragte, was denn los sei. Ich sagte ihm, dass ich es einfach nicht über das Herz bringe, mein... unser Kind abzutreiben und er antwortete: ‚Dann machen wir es nicht.’ Ist das nicht großartig?“

Die Stiftung Ja zum Leben fördert als  Projektpartner von 1000plus die Beratung von Pro Femina e.V.